Seilarbeiten am Titlis - Präzision in luftiger Höhe!
Wenn die letzten Gäste den Titlis verlassen und die Sonne langsam hinter den Gipfeln verschwindet, beginnt für unsere Seilarbeiter der eigentliche Arbeitstag. Während die Bergwelt in warmes Abendlicht getaucht wird, hängen Fosco Jorio und Michael Rossetti bereits am Seil – mehrere Dutzend Meter über dem Boden. Ihr Arbeitsplatz: der neue Titlis Tower auf 3'020 Metern über Meer. Hier zählt jeder Handgriff, jede Entscheidung und vor allem eines: absolutes Vertrauen in Mensch, Material und Team.
Der Bau des Titlis Towers gehört zu den eindrucksvollsten Bauprojekten der Schweizer Alpen. Unsere Aufgabe bestand darin, die Fassadenmontage mit seilunterstützten Arbeiten zu begleiten. Dabei führten wir Montage- und Demontagearbeiten an Fassaden- und Schutzelementen aus – dort, wo herkömmliche Zugänge an ihre Grenzen stossen.
Gerade bei komplexen Bauwerken in alpiner Umgebung spielen Seilarbeiten ihre Stärken aus: Sie ermöglichen einen flexiblen, effizienten und wirtschaftlichen Zugang zu schwer erreichbaren Bereichen, ohne den Bauablauf unnötig zu beeinträchtigen.
Bereits im März, während auf den Pisten rund um den Titlis noch reger Skibetrieb herrschte, begann unser Einsatz. In der ersten Bauetappe montierten unsere Seilarbeiter Aluminiumabdeckungen direkt am Seil und unterstützten den Baufortschritt entscheidend.
Die zweite Etappe folgte im Juni und wurde bewusst in den Abend- und Nachtstunden ausgeführt, damit der Tagesbetrieb ungestört weiterlaufen konnte. Während die letzten Sonnenstrahlen hinter den Bergen verschwanden und sich die Alpen in eindrucksvolle Farben tauchten, arbeiteten unsere Teams konzentriert in schwindelerregender Höhe – ein Arbeitsplatz, der seinesgleichen sucht.
Ein Arbeitstag zwischen Panorama und Präzision
Der Arbeitstag begann jeweils um 15.45 Uhr an der Talstation in Engelberg. Nach der Auffahrt auf den Titlis stand zunächst das gemeinsame Sicherheits- und Einsatzbriefing auf dem Programm.
Dabei wurden sämtliche Arbeitsschritte besprochen:
- Sind Material und Ausrüstung vollständig?
- Sind die Montageabläufe klar definiert?
- Sind alle Sicherheitsmassnahmen umgesetzt?
Erst wenn alle Punkte erfüllt waren, begann die eigentliche Arbeit am Seil.
Mit Hilfe von Flaschenzügen und Kettenzügen wurden Bleche mit einem Gewicht von bis zu 70 Kilogramm millimetergenau positioniert und verschraubt. Jeder Handgriff musste sitzen. In dieser Höhe ist nicht nur technisches Können gefragt, sondern auch gegenseitiges Vertrauen, klare Kommunikation und absolute Konzentration.
Gearbeitet wurde in Zweierteams, teilweise gleichzeitig an verschiedenen Fassadenseiten. Über Funk standen die Teams permanent miteinander in Verbindung und konnten ihre Arbeitsschritte laufend koordinieren. So entstand ein präzises Zusammenspiel, bei dem jeder wusste, was der andere gerade tat.
Kurz vor Mitternacht war der Arbeitstag beendet – und ein weiterer Abschnitt des Titlis Towers erfolgreich realisiert.
Teamwork als Erfoglsfaktor
"Die Zusammenarbeit war von gegenseitigem Vertrauen, Hilfsbereitschaft und hoher Professionalität geprägt. Dass wir die Arbeiten einen Tag früher als geplant abschliessen konnten, zeigt, was mit einem eingespielten Team möglich ist."
– Fosco Jorio, Seilarbeiter Level 3
Der Erfolg dieses Projekts beruhte auf einer engen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Repapress und der Aepli Metallbau AG. Klare Kommunikation, gegenseitige Unterstützung und lösungsorientiertes Handeln prägten den gesamten Einsatz.
Jedes Teammitglied übernahm seine Verantwortung mit hoher Professionalität und trug dazu bei, dass sämtliche Arbeiten bereits einen Tag früher als geplant abgeschlossen werden konnten.
Unser besonderer Dank gilt dem gesamten Team der Aepli Metallbau AG – Eddy, Ruben, Conrad, Tino sowie David Felber – für die hervorragende Zusammenarbeit, den grossen Einsatz und den ausgeprägten Teamgeist.
Autor: Sarah Stäheli
Pojektleiter: Cédric Eggmann in Zusammenarbeit mit Aepli Metallbau AG